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„Vokalorientierter Musikunterricht im Regelstundenplan der Grundschule“ - Prof. Andreas Mohr

In Kooperation mit dem Chorverband NRW (Singprojekt "Toni") betreut das Institut für Musik der Hochschule Osnabrück an zwei Grundschulen in Osnabrück und Borgholzhausen seit 2007 ein Forschungsprojekt, das in einer Langzeitstudie Möglichkeiten untersucht, wie im normalen Klassenunterricht der Grundschule durch konsequent auf das Singen ausgerichteten Musikunterricht zu Musik hingeführt werden kann. Bewusst wird eine Auslese der Kinder durch Verzicht auf die Bildung von Neigungsklassen vermieden. Der innerhalb der Studie durchgeführte einstündige Musikunterricht wird in allen Klassen gleichermaßen erteilt.

Schwerpunkt des Unterrichts ist die Anleitung zum Singen und die Entwicklung der Singstimme durch gezielte Stimmbildung. Darüber hinaus wird mit Hilfe von Singen und Bewegung, Stimmimprovisation, Körperperkussion und elementarem Klangschlagwerk Musik erlebbar und nachvollziehbar gemacht. Durch Solmisation und Rhythmussprache wird behutsam aber konsequent in die Notation eingeführt.
Das Unterrichtsprinzip verfolgt die Absicht, nach Möglichkeit immer alle Kinder zu beschäftigen und zur Mitarbeit anzuhalten. Die ganze Unterrichtsarbeit erfolgt im Wesentlichen singend. Lehrerperson und Schüler befinden sich in einer ständigen singenden Dialog-Situation. Solmisation und Rhythmussprache werden als selbstverständliche musikalische Bestandteile eingeführt und erfahren. Dazu dienen auch speziell zu diesem Unterrichtsinhalt erstellte Lieder und Spiele. Alle Lieder werden durchweg auswendig vermittelt, wobei Text und Melodie als Einheit betrachtet werden, so dass die Musik sich als integraler Bestandteil des Liedes einprägt.
Lieder für den fächerübergreifenden Unterricht sind ein besonderes Anliegen des Pilotprojekts. Rituslieder und der "Liederschatz" bieten Möglichkeiten besonderer Identifizierung mit bestimmten Klangerfahrungen, Ausdrucksformen und Textinhalten und fördern die emotionale Entwicklung der Kinder. In der Verbindung von gesungener Melodie und Körperbewegung sieht das Konzept ein Mittel zur ganzheitlichen stimmbildnerischen Arbeit und optimalen Förderung der Kinderstimme.

 

Referent: Prof. Andreas Mohr

Foto_Mohr_Musikunterricht__Stimmbildung

Seit fast vier Jahrzehnten beschäftigt sich Andreas Mohr beruflich mit der Kinderstimme. Nach dem Studium der Germanistik und Musikwissenschaft in Tübingen und Freiburg sowie dem Gesangstudium in Freiburg war er Stimmbildner an der Dom-
singschule Rottenburg/Neckar und Dozent für Gesang, Chorische Stimmbildung und Sprecherziehung an der Hochschule für Kirchenmusik Rottenburg sowie Lehrbeauftragter für Gesang und Methodik der Kinderstimmbildung an der Musikhochschule
Trossingen. Seit 2007 ist Andreas Mohr Professor für Kinderstimmbildung an der Fachhochschule Osnabrück.
Als Autor von Fachbüchern zur Kinderstimmbildung wurde Andreas Mohr im ganzen deutschsprachigen Raum bekannt. Seine Internetseite www.kinderstimmbildung.eu ist ein Forum für Fragen und Ansichten über die stimmerzieherische Arbeit mit Kindern, gibt Auskunft über Fortbildungsangebote und Workshops und informiert über pädagogische Literatur für das Singen mit Kindern sowie über Neuerscheinungen.

Veröffentlichungen zur Kinderstimmbildung:
Liederheft für die Kinderstimmbildung. Rottenburg, Pueri Cantores 1996
Handbuch der Kinderstimmbildung. Mainz, Schott Music 1997
Praxis Kinderstimmbildung. Mainz, Schott Music 2004
Lieder - Spiele - Kanons. Stimmbildung in Kindergarten und Grundschule. Mainz, Schott Music 2008

 

Landesmusikrat Hamburg e. V.

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